Panoramania - Küsten-, Berg- und andere Panoramen von unserem WoMo-Urlaub in Nordspanien, Mai/Juni 2025

Vor diesem Urlaub waren wir schon vielmals in Spanisch sprechenden Gefilden - so oftmals auf den Kanaren und in Südamerika in Chile, Peru, Bolivien und Argentinien. Kerstin lernt auch bereits seit vielen Jahren die Spanische Sprache in der Volkshochschule, in Online-Sprachgruppen und via Babbel, mittlerweile bis zum B2-Level. Aber obwohl wir auch den höchsten Berg Spaniens - den Pico del Teide auf Teneriffa mit seinen 3715m - bereits bestiegen haben, waren wir zuvor noch nie auf der iberischen Halbinsel. Das sollte sich nun im Frühjahr 2025 endlich ändern.

In der Reisevorbereitung für unsere 5 1/2 wöchige WoMo-Tour haben wir viele Reiseführer und Offroad-Pistenführer gelesen. Erstmals habe ich auch für die Tourvorbereitung eine Sammlung von mehr als 450 POI's (POI = Points of Interest) in einer Google myMap verwendet, um diese Menge an Informationen in eine geografische und dann später chronologische Reihenfolge bringen zu können. Dieses Vorgehen hat sich sehr bewährt, da die POI's in der Google myMap auch während des Roadtrips einen guten lokalen Überblick gewährleisteten und sich aus der myMap heraus auch sehr einfach in die Autonavigation übertragen lassen. Natürlich ist es uns dabei nicht einmal ansatzweise gelungen, in den zur Verfügung stehenden 5 1/2 Wochen alle dieser Naturphänomene und Sehenswürdigkeiten zu besuchen und zu erwandern. Dieses Vorgehen war aber sehr hilfreich, um aus unserer Reisezeit eine sehr erlbenis- und abwechslungsreiche Reise werden zu lassen. Bei dieser Reisevorbereitung haben wir auch sehr schnell festgestellt, dass Spanien auf Grund seiner geografischen Ausdehnung und der Dichte an Sehenswürdigkeiten nicht in einem einzigen WoMo-Urlaub zu erkunden und kennenzulernen ist. So haben wir uns im Frühjahr 2025 bewusst auf den Norden von Spanien konzentriert, mit dem Ziel, entlang der Biskaya, der Cantabrischen See und des Atlantik bis zum Cabo de Finisterre und nach Santiago de Compostela zu kommen. Für den Rückweg wollten wir dann einen Weg durchs nordspanische Inland etwas südlich von den Picos de Europa, in etwa auf der Höhe von Ponferrada, Leon und Burgos und in Richtung der mittleren Pyrenäen wieder zurück nehmen.

Gestartet sind wir dann am 1. Mai 2025 von unserem Heimatort in Bayern. Mit Zwischenstationen in Obernai (Elsass) und Bourges ging es zunächst in nur 3 Fahrtagen zu den großen Atlantikdünen in Frankreich - Grand Dune de Pilat in Arcachon. Mit dem nahen Grenzübertritt nach Nordspanien (Baskenland, Cantabrien) begann dann unsere eigentliche Nordspanien-WoMo-Tour. Neben den großen Städten wie San Sebastian, Bilbao und Santander haben wir hier an der Nordküste Spaniens auch interessante Flysch-Strände, die Felseninsel Gaztelugatxe mit ihrer an Game of Thrones erinnernden Steintreppe und der am Gipfel der Insel stehenden kleinen Kapelle sowie den Strand von Sonobia mit den darüber steil aufragenden Kalkfelsen mit den Ojos del Diablo kennengelernt. An den Ojos del Diablo konnten wir auch das erste Mal auf dieser Spanientour Gänsegeier im Gleitflug aus nächster Nähe beobachten, die uns aber im Verlauf der kommenden Wochen noch an verschiedenen Stellen begegnen sollten. Auch die nachgebauten Höhlen von Altamira, das von dem Architekten Antonio Gaudi für einen Unternehmer und Komponisten entworfene Wohnhaus El Caprichio de Gaudi, das mittelalterliche Städtchen Santillana del Mar und das Marienheiligtum von Covadonga mit seiner Basilika und seiner Felsengrotte haben einen nachhaltigen Eindruck bei uns hinterlassen.

Leider war bis zu diesem Punkt unsere Fahrt entlang der Nordküste neben sonnigen Abschnitten auch von einem recht hartnäckig vor sich hin kreiselnden Biskaya-Tief begleitet, dass uns immer wieder stärkere Niederschlags-Intermezzi bescherte, die sich in Richtung auf Covadonga und Cangas de Onis intensivierten. So beschlossen wir an diesem Punkt, dem anhaltend schlechteren Wetter durch eine kurzfristige Abänderung unserer bisher verfolgten Reiseroute zu entgehen. Von Cangas de Onis haben wir die landschaftlich sehr schöne und in einer tief eingegrabenen Schlucht verlaufende Strasse N-625 nach Riaño und weiter in Richtung Leon genommen, um auf die Südseite der Bergketten der Picos de Europa und des Parque Natural de Redes/de Ponga zu gelangen. So wurde aus unserer ringförmig und entgegen dem Uhrzeigersinn befahrenen Reiseroute eine Reiseroute in Form einer Acht. Aber unser geänderter Plan ging zu einem Großteil auf und auf der Rückseite der nordspanischen Bergketten herrschte deutlich trockeneres Wetter. So setzten wir unsere WoMo-Tour mit Besichtigungen der Stadt und Kathedrale von Leon, der Templer-Festung von Ponferrada, Wanderungen an den römischen Goldminen von Las Medulas und einem Tiefblick in den Sil-Canyon (leider ohne Geier) fort.

Durch das Biskaya-Tief waren wir bis hierher auch deutlich schneller unterwegs als ursprünglich gedacht. Nach nur 2 Wochen erreichten wir bei nun strahlendem Sonnenschein bei A Guarda die südlichste Ecke der spanischen Atlantikküste. Hier trennt einen von Portugal nur die Flußmündung des Rio Miño. Über A guarda erhebt sich der Monte Santa Trega mit archäologischen Ausgrabungen von frühzeitlichen Siedlungen von vor 2400 Jahren (400 v.Chr.), die einem keltischen Volk zugeschrieben wird. Flankiert wird die Ausgrabung durch ein kleines archäologisches Museum am Gipfel des Berges, das sich den aussichtsreichen Gipfelplatz mit einem Kreuzweg, einer Pilgerkapelle und hohen Funkmasten teilen muss. Von A Guarda ging es nun immer nordwärts die Atlantik-Küste hinauf. Bemerkenswert ist hier die Dichte an archäologischen Hinterlassenschaften aus verschiedenen Zeitaltern - megalithischen Siedlungen (Monte do Castro da Cida, Castro de Baroña) und Dolmen (megalithischen Portalgräbern wie dem Dolmen von Axeitos und dem Dolmen de Dombate). Aber auch anderes Kulturgut wie die Korrnspeichr der Hórreos de Carnota, die Kirche des Sanctuario de la Virgen de Barca und der Endpunkt vieler Pilgerpfade am Cabo de Finisterre kommt nicht zu kurz.

Ein wichtiger Zielpunkt und Highlight unserer WoMo-Tour sollte natürlich auf jeden Fall der Besuch von Santiago de Compostela mit seiner beeindruckenden riesigen Kathedrale werden. Etwas überschattet wurde dieser Besuch durch eine beinahe Auto-Panne mit unserem Mercedes-Sprinter Wohnmobil, die uns keine 50 Kilometer vor Santiago de Compostela und ausgerechnet an einem Sonntag ereilte. Plötzlicher Motorleistungsverlust, teilweiser Ausfall des Automatik-Getriebes und Motornotlauf zwangen uns zu annähernder Schrittgeschwindigkeit an jeder kleineren Steigung, während bergab noch einigermaßen vernünftiges Weiterfahren möglich war. nach Konsultation der Mercedes-Pannenhotline schlichen wir uns so noch aus eigener Kraft bis nach Santiago de Compostela auf den dortigen innerstädtischen WoMo-Stellplatz. Da an einem Sonntag in Sachen Mercedes-Werkstatt sowieso nichts auszurichten war, haben wir den Rest des Tages für eine erste Stadtbesichtigung genutzt. Die kommenden zwei Tage haben wir dann immer wechselweise mit dem Besuch und den Verhandlungen mit der örtlichen Mercedes-Werkstatt und mit der Besichtigung dieser wirklich sehr schönen und sehenswerten Pilgerstadt verbracht. Nach 2 weiteren Tagen hatten wir dann sowohl von Santiago de Compostela annähernd alles gesehen und auch der defekte Differenzdruck-Sensor im Abgassystem unseres Wohnmobils war wieder gebaut worden, so dass wir unsere WoMo-Tour fortsetzen konnten.

Überblick über die 5 1/2-wöchige Reiseroute von Bayern einmal quer durch Frankreich nach Nordspanien bis zum Cabo de Finisterre und nach Santiago de Compostela, Mai/Juni 2025.
Überblick über die 5 1/2-wöchige Reiseroute von Bayern einmal quer durch Frankreich nach Nordspanien bis zum Cabo de Finisterre und nach Santiago de Compostela, Mai/Juni 2025.

Im Anschluss an Santiago de Compostela führte uns unser weiterer Weg zunächst zum Leuchtturm Faro da Estaca de Bares am nördlichsten Punkt Spaniens. Der weitere Weg ostwärts und immer an der Küste Galiciens, Asturiens und Cantabriens entlang ist geprägt von ausgedehnten Stränden, die sowohl sehr schöne Sandstrände aber auch Felsenküste mit sehr interessanten Felsenformationen sein können. Beispiel hierfür ist natürlich der bekannte Playa de Catedrales mit seinen großen Felsentoren und -bögen, die nur auf dem Tiefststand der Ebbe trockenen Fußes zu erkunden sind. Aber auch der Playa de Mexota (Flysch), Playa Gueirua (Flysch) und der Playa del Silencio (Flysch, rundgeschliffene Steinkiesel mit ihrem eigenen "Meeres-Sound") sind einen Besuch wert. An dieser Stelle verabschiedeten wir uns von den Meeresstränden und wendeten uns bei bestem (Früh-)Sommerwetter den eher bergigen Gegenden Nordspaniens zu.

Erste größere Bergwanderung war die 3-Seen-Runde an den Lagos del Saliencia im Somiedo Biosphärenreservat (Parque Natural de Somiedo) mit Ausgangspunkt am Bergpass des Alto de la Farrapona. Auf dieser Wanderung konnten wir neben grünen und braunen Eidechsen und vielen Forellen auch 22 iberische Berggämsen beobachten. Einen der hier ansässigen Braunbären haben wir (zum Glück) nicht zu sehen bekommen, wobei man uns erzählt hat, dass erst am Tag vorher von der Bergstrasse aus in diesem Tal auch ein solcher Braunbär am gegenüber liegenden Berghang zu sehen war. Weiter geht es über mehrere hohe Bergpässe (z.B. Puerto de San Isidro) und wir gelangen nach reichlichen 3 Wochen Reise wieder an die Stelle bei der Embalse de Riaño, wo wir vor 2 Wochen die nordspanischen Berge auf der Flucht vor dem hartnäckigen Biskaya-Tief von Nord nach Süd überquert haben. Von nun an geht es also südlich der Bergketten im nordspanischen Inland weiter ostwärts. Von dem kleinen Ort Cain im Süden der Picos de Europa gelingt uns eine sehr schöne (und sonnige) Tageswanderung auf der Routa de Cares, eine wirklich sehr beeindruckende Wanderung durch diese über 1000m tief eingeschnittene Schlucht. Weiter geht es über das Berg-Städtchen Potes und das sehr schöne (und alte) Koster Santo Domingo de Silos mit einem Erlebnis von gregorianischen Gesängen bei der abendlichen Vesper-Messe. Auch die Geier-Dichte nimmt hier nun spürbar zu. Sowohl in der Yecla-Klamm (Bajada de Yecla), im Cañon de Rio Lobos als auch in der Arbaiun- und Lumbier-Schlucht sehen wir von nun an Gänse- und Schmutzgeier in großer Zahl und aus nächster Nähe.

Nächstes Reiseziel ist dann wieder einmal altes (Wein-)Kulturland - die Rioja. Sehr schöne und wehrhafte alte Weindörfer wie Labastida, San Vincente de la Sonsierra und Laguardia können wir besichtigen. Auch eine Rotwein-Verkostung des hier angebauten Riojas in einem der örtlichen Weingüter darf natürlich nicht ausgelassen werden. Aber die Rioja ist auch Jahrtausende altes Siedlungsgebiet. Dass der Mensch sich hier schon seit viel länger zurückliegender Zeit häuslich niedergelassen hat beweisen die mannigfaltigen megalithischen, bronzezeitlichen und romanischen Stätten im weiten Umkreis dieser Ortschaften in der Rioja. Wir wollen uns einige der 5500-3600 Jahre alten Dolmen und Steinhügelgräber anschauen und besichtigen den Dolmen La Cascaja, den Dolmen El Sotillo Tikuharria, den Dolmen Alto de la Huesera und den Dolmen Chabola de la Hechicera, wobei das nur eine kleine Auswahl darstellt. Über das mittelalterliche Städtchen Artajona mit seiner sehr gut erhaltenen und Turm-bewehrten Stadtmauer erreichen wir schliesslich die (Halb-)Wüste der Bardenas Reales, die durch Landschaftsformationen geprägt ist, die den farbenfreudigen Plateau-Bergen von Arizona ähnlich sind. Auf einer unbefestigten, staubigen Piste kann man dieses Gebiet durchqueren und auf - auch wegen der Hitze kurzen - Wanderungen kann man die bizarren Felsformationen z.B. des Cabezo de las Cortinillas und des Castildetierra erwandern.

In Folge schließen sich einige der schönsten landschaftlichen Highlights dieser WoMo-Reise an. Es beginnt mit den roten, aus grobem Konglomeratfelsen bestehenden Felsengruppen der Mallos de Agüero und der Mallos de Riglos. Trotz des nun sehr warmen und sonnigen Wetters nehmen wir uns hier die Zeit für eine Umrundungs-Wanderung rund um die Mallos de Riglos. Auch das malerisch gelegene Kapellchen der Iglesia de Nuestra Señora del Mallo unterhalb der Mallos de Riglos ist ein fotografisches Highlight. Im Anschluss bringt uns eine rauhe unbefestigte Schotterpiste (dem 4x4 unseres WoMo's sei Dank) zu dem Naturphänomen der frei stehend ein Tal durchlaufenden Natursteinmauer der Muralla China de Finestres und den beiden verlassenen Geisterdörfern Finestres und Fet. In der von einem Talsperrensee gefüllten und tief eingeschnitten Schlucht des Congost de Mont-Rebei gelingt uns dann noch eine weitere aufregende Tageswanderung bis zu einer die Talsperre überspannenden Swing-Bridge, wobei der Wanderweg einem hoch in der Felsenwand verlaufenden und von Menschen ausgehauenen Felsenpfad folgt. Abschluss dieses eher bergigen Abschnitts unserer WoMo-Reise bildet dann ein Besuch des Pyrenäen-Städtchens Benasque mit einer Tageswanderung zum hohen Wasserfall des Forau de Aiguallut, wo wir auf dieser Wanderung ein reichliches Dutzend wohlgenährter Murmeltiere beobachten konnten.

Für weitere Wandertouren in den Pyrenäen fehlte uns nun im Anschluss leider die Zeit. Aber man braucht ja einen Grund, um mal wieder hierher zurück zu kommen. Über das mittelalterliche Stätdchen Ainsa, die von der Tour de France bekannten Pyrenäen-Pässe des Col du Portalet, Col d'Aubisque und des Col du Soulor kommen wir nach Frankreich und in die Pilgererstadt Lourdes mit ihrer Kathedrale und heiligen Grotte. Die Zwischenstationen Le Puy-en-Velay und Soultz-Haut-Rhin dienen uns als Zwischenübernachtungen auf dem langen Rückweg durch Frankreich, bevor wir nach 7038 Reisekilometern und 39 erlebnisreichen Reisetagen wieder wohlbehalten unseren Heimatort in Oberbayern erreichen.

Die folgenden Panorama-Aufnahmen entstanden so im Zeitraum vom 1. Mai - 8. Juni 2025 auf dieser Nordspanien-Rundreise. Zum Zusammensetzen der folgenden Panoramen wurde als Software Panorama-Studio (aktuell in der Vers. 4.1.6 Pro, 64bit-Version) verwendet. Um die folgenden Panoramen mit dem HTML5-basierten Panorama-Studio-Viewer zu betrachten, bitte die einzelnen Panorama-Bilder anklicken. Dann ist Zoomen und manuelles Navigieren in den Panorama-Bildern möglich. Man kann die Panoramen auch im Vollbild-Modus abspielen, indem man sie mit einem rechten Mausklick auf das Panoramabild über das Kontextmenue in einem separaten Webbrowser-Tab öffnet. Dann bietet das Panorama-Player-Menue rechts einen zusätzlichen Menue-Button zur Umschaltung in den Vollbildmodus, was aus meiner Sicht den beeindruckendsten Panorama-Eindruck gewährt. Für die Webseite wurden die Panoramabilder auf eine Dateigröße von ca. 8.0-15.0 Mb verkleinert, während die reale Größe der zusammengesetzten Panoramen bis zu 120 Megapixel erreichen kann.

Th. Frank & K. Frank , bestehend seit 25. März 2026, last modified : xx. April 2026